ProfiClear Premium Trommelfilter Modul

Gehäuse:

Das Gehäuse besteht aus 5 mm GFK Duroplast, die Zwischenwand und der Trommelkörper sind aus Edelstahl. Oben ist das Gehäuse doppelt so dick und mit einem zusätzlichen Rand versehen. Es ist extrem stabil und nicht zu vergleichen mit anderen Filterlinien von Oase, die meist aus PP Kunststoff (Thermoplast) bestehen.

filterstrecke

Auch nach dem Befüllen behält das Gehäuse zu 100% seine Form. Die Aussenwände verbiegen sich nicht im geringsten. Bei diversen Umbauten musste ich festsitzende 110er KG Rohre mehrfach mit Gewalt abziehen. Es gab weder Risse, noch ist etwas abgebrochen.

Mit aufgesetztem Deckel (ebenfalls aus GFK) ist der Filter begehbar.

Anschlüsse

Das zu reinigende Wasser kann über 4 Eingänge (DN 110) zugeführt werden.

Nicht benötigte Anschlüsse möglichst von innen verschliessen, da sich ansonsten Schmutz in den offenen Rohrstutzen ablagern kann. Auch am Boden der schmalen Sammelkammer setzt sich Schmutz ab. Laut Oase sollte es weniger sein, wenn man die beiden unteren Anschlüsse verwendet, was ich aber nicht bestätigen kann.
Lösung: Da man ehe das für die Reinigung genötigte Wasser nachfüllen muss, kann man die automatische Wasserzufuhr in diese Kammer leiten oder im laufenden Betrieb die Kammer ab und zu mit den Gartenschlauch durchspülen und den Schmutz aufwirbeln, der dann in die Trommel geht.

Das Schmutzwasser (von der Spülrinne) wird über ist ein DN 110 Anschluß abgeleitet.

Ausgänge zu den Biokammern: 2 x DN 150

Die Trommelfilterkammer hat einen Anschluß (DN 70) mit einem Zugschieber um den Behälter zu entleeren.

Bei abgehobenem Behälterdeckel steht die Filtertrommel aus Sicherheitsgründen still.

Durchflussmenge

Die Durchflussmenge ist eine der wichtigsten Kriterien beim Kauf eines Trommelfilters.
Sie wird bestimmt durch die Grösse und die Feinheit der Gaze (Bespannung der Trommel), durch die das Wasser hindurch muss. Je feinmaschiger die Bespannung, desto besser ist die Filterleistung, je schneller setzt sich aber auch das Sieb zu und die Reinigungsinterwalle werden kürzer. Auch spielt eine Rolle, wie tief die Trommel im Wasser eingetaucht ist.

Die maximale Durchflussmenge im Schwerkaftbetrieb ist von OASE mit 33 qm pro Stunde angegeben.

Trommeldurchmesser: 52 cm, Trommelbreite 40 cm
Filterzulauffläche: 4.200 cm2 brutto, 60 µ Edelstahl
Getauchte Siebfläche: ca. 3600 cm² netto

Meinen 42 m³ Teich (2 Bodenabläufe, 1 Skimmer) betreibe ich mit einer Rohrpumpe 25.000 l brutto (Dauerbetrieb) plus einer regelbaren 10.000 l Oase Pumpe. Bei einer Nettopumpenleistung von ca. 27.000 l sinkt bei sauberem Sieb der Wasserstand in der letzten Kammer (Pumpenkammer) um ca. 3,5 cm.

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Der Oase Trommelfilter arbeitet nicht mit einer durchgängigen Gaze (Bespannung der Trommel) sondern mit 8 Siebelementen, die von innen in die Trommel eingesetzt sind. Will man z.B. die Spühlrinne inspizieren oder reinigen, so braucht man nur ein Element herauszunehmen.

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Auch das Entkalken (je nach Wasserhärte 1 – 2 x im Jahr) geht einfacher als bei einer durchgängigen Bespannung der Trommel.

Tipp: 1 – 2 Siebelemente zusätzlich kaufen (Oase Artikel Nr. 22005), so kann man ab und zu tauschen und die Siebe in Ruhe reinigen oder entkalken. Ausserdem hat man Ersatz, falls die Bespannung mal durch eine Unachtsamkeit beschädigt wird.

Seit 2014 haben die Siebelemente fünf statt zwei Querstege und sind verschraubt.

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Das Herausnehmen und vor allem das Wiedereinsetzen der Siebelemente ist beim ersten Mal etwas Fummelei, aber wenn man den Dreh raus hat, geht das mit einem Handgriff und funktioniert wirklich gut. Dazu nicht das obere Element entnehmen, sondern das nächste in Laufrichtung. Am besten mit beiden Händen die blauen Verriegelungen um 180° drehen und das Element nach innen in die Trommel drücken, festhalten und mit der schmalen Seite nach oben entnehmen. Beim Wiedereinsetzen muss das Siebelement zuerst ganz in die Trommel. Dann zuerst die gegenüberliegende Seite einrasten, dann die Seite mit den blauen Verschlüssen nach oben ziehen und diese drehen, bis sie einrasten.

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Spülung

Das zu reinigende Wasser durchströmt die Trommel von innen nach aussen. Die 60 μm feinen Siebe setzten sich nach und nach zu und lassen weniger Wasser durch. Dadurch fällt der Wasserstand im Klarwasserbereich hinter der Trommel. Wird der eingestellte Wert unterschritten, so setzt der Reinigungsvorgang ein. Die gespülten Siebelemente lassen nun wieder mehr Wasser durch, so dass im Klarwasserbereich das Wasser wieder auf Normalniveau ansteigt.

Bei Oase erfolgt die Niveauerfassung durch einen Schwimmerschalter, der geschützt in einem Rohr sitzt. Löst dieser aus, so dreht sich die Trommel (Grundeinstellung 10 Sec.), die Spülpumpe (Ebara 6 bar) drückt gereinigtes Teichwasser über 4 Düsen durch das Sieb und der Schmutz wird in der darunterliegenden Spülrinne aufgefangen.

Die Rinne besteht aus Hartgummi und ist unten und seitlich verstärkt. Sie ist optimal abgerundet geformt, ohne Ecken und mit Gefälle, so dass eine zusätzliche Reinigungsdüse unnötig ist. Für einen Spülvorgang werden etwa 1,5 l Wasser verbraucht.

Die Spülrinne ist nicht nur für den Abtransport des herausgefilterten Schmutzes und des Spülwassers verantwortlich, sie bestimmt im Schwerkaftbetrieb auch den höchsten Wasserstand des Teiches.

Einbautiefe

Mitentscheidend für den Kauf des Trommelfilters von Oase war die geringe Einbauhöhe von nur 13 cm über Wasserniveau (Schwerkraftbetrieb), da mein Filterkeller direkt neben dem Teich platziert ist, und ich den Deckel sozusagen als kleine Terrasse nutzen will.

Betrieb Wasserstand = höher als Oberkante Schmutzrinne:

Bei ausgeschalteten Pumpen steht das Wasser im Filter gleichhoch wie im Teich. Nun kann man den Teich so hoch befüllen, bis das Wasser anfängt über die Schmutzrinne abzulaufen. Dies wäre normalerweise der höchste Wasserstand im Teich und im Filter. Schaltet man nun die Pumpe(n) ein (was ja eigentlich der Dauerzustand ist), so sinkt der Wasserstand im Filter je nach Stärke der Pumpe(n) um ein paar Zentimeter. Ich nutze diese (bei mir 3 cm) und befülle den Teich höher, so dass das Wasser bei eingeschalteter Pumpe an der Oberkante der Schmutzrinne steht.

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Dies hat den Vorteil, dass im nachfolgenden Biofilter der Wasserstand auch höher ist und so die Kapazität des Behälters besser ausgenutzt wird. Ausserdem verringert sich dadurch die Einbautiefe der Filterstrecke. Bei mir sind dies nur noch 11 cm inkl. Deckel. Schaltet man die Pumpe aus, dann steigt das Wasser im Filter wieder und läuft über die Schmutzrinne ab (falls man die Zugschieber nicht sofort schließt). Dies ist aber kein Nachteil, den so kann man einen automatischen Wasserwechsel machen und die Rinne wird zusätzlich gereinigt. Ist aber nur zu empfehlen, wenn die Schmutzrinne an den Kanal angeschlossen ist.

Steuerung

Die Steuerungseinheit kann an den vorgesehenen Halterungen am Trommelfilter eingehängt werden. Sie ist spritzwassergeschützt und somit auch ausserhalb des Filterkellers aufstellbar. Die Verbindungskabel zum Filter sind 5 m lang.

Das leider nur 2-stellige Display zeigt im Normalbetrieb die aktuelle Wassertemperatur an. Hier wäre ein 3 stelliges Display mit Zehntelgrad besser, um zu beurteilen, ob die Temperatur steigend oder fallend ist.

Einstellen bzw. verändern kann man:
Reinigungszeit “CL”: Einstellbarer Bereich: 10 – 30 s. (Grundeinstellung = 10 s)
Hier habe ich 12 s eingestellt , dann dreht sich die Trommel etwas weiter und es werden 7 von 8 der Siebelemente gereinigt.

Verlängerte Reinigungszeit “EC”: Nach jedem 20. Reinigungsvorgang macht das Gerät eine Reinigung mit verlängerter Zeit. Einstellbarer Bereich: 10 – 60 s,  Grundeinstellung = 20 s.

Zeitabhängige Reinigung “In”: Unabhängig von der automatischen Reinigung kann das Gerät zusätzlich zeitabhängige Reinigungen durchführen. Diese haben keinen Einfluss auf die automatische Reinigung, die bei zu niedrigem Wasserniveau startet. Nach jeder automatischen Reinigung wird das Zeitintervall zurückgesetzt und die Zeit läuft erneut ab.
Einstellbarer Bereich: 3 – 60 min oder aus, Grundeinstellung: 20 min.
Hat man zum Beispiel eine zeitabhängige Reinigung von 20 min. eingestellt, und es wird in 24 Stunden keine automatische Reinigung innerhalb diesen 20 min. durchgeführt, weil z.B. das Wasser zu sauber ist, so erscheint bei über 12° Wassertemperatur die Fehlermeldung Er22: der letzte automatische Reinigungsvorgang liegt länger als 24 Stunden zurück. Dies ist aber eigentlich kein Fehler, sondern nur eine Feststellung.

Fazit:

Der Oase ProfiClear Premium Trommelfilter ist sauber und gut verarbeitet, leicht zu bedienen und einfach zu reinigen. Er funktioniert bei 2 Bodenabläufen und einem Skimmer sehr gut mit einer Durchflussrate von bis zu 25.000/h. Je nach Fischbesatz und Verschmutzung ergibt dies im Sommer Spülraten von 8 – 20 Minuten. Die meisten Koiteiche werden mit einer Umwälzrate von 1 – 2 mal pro Stunde betrieben. Will man noch etwas Luft nach oben haben, so ist der Oase Trommelfilter für Koiteiche bis um die 30.000 Liter gut geeignet.